Freitag, 16. November 2012

ORF Eigenwerbung

Seit Monaten tobt ein Rechtsstreit zwischen dem öffentlich rechtlichen Rundfunk und diversen Privaten, ob der ORF nun auf Facebook präsent sein darf, oder nicht. Wechselseitig wurden (den Behörden) diverse Gutachten präsentiert warum dies nun zulässig sein soll oder nicht.

Ohne in diesem Streit Partei ergreifen zu wollen, möchte ich ein Zitat herausgreifen, dass mir sehr gut gefallen hat: Dem ORF FB zu verbieten wäre so, als würde man ihn zwingen künftig nur noch in Schwarz/weiß zu senden“. Nebs der Theatralik könnte man über die Ernsthaftigkeit famos diskutieren. Mir stellt sich jedoch eine andere Frage:

Warum bewirbt der ORF ausschließlich interne Sendungen?
Will heißen: Wenn ich tagsüber Ö3 höre (ob freiwillig oder in irgendwelchen (halb)öffentlichen Räumlichkeiten gezwungenermaßen, kann jetzt mal außen vor bleiben), werde ich mit Ankündigungen aus dem ORF-Fernsehprogramm des kommenden Abends, oder Nachberichten des vergangenen Abends bombardiert. Vielleicht ist es für mich aber nur von zweitrangigem Interesse, welche Hure gerade durchs Programm wandert, was irgendwelche Männer gerade in Österreich willkommen heißen, wo besonders langsam ermittelt wird oder wer warum seine letzte Chance bekommt oder vermasselt hat.

Sollte ein öffentlich rechtlicher Rundfunksender im öffentlichen Auftrag nicht unter dem Titel „Heute abend im Fernsehen“ eine breite Auswahl des tatsächlich zur Verfügung stehenden Fernsehprogramms bieten und auch (wertvollere) Sendungen von anderen Sendestationen ankündigen? Warum kommt kein Privater auf die Idee das an- und einzuklagen? Oder zahlt das ORF-Fernsehen kostenstellenintern dem ORF-Radio dafür entsprechende Werbebeiträge (damit es zu keiner tatsächlichen Wettbewerbsverzerrung kommt)? Statt peinlich genau darauf zu achten, ob im Fernsehen Werbung auch als solche gekennzeichnet wird, könnten sich so manche Rechtsfanatiker doch diesem Werbethema widmen.

Auch ein Vorbericht zu einem Fußballmatch (das und somit auch der mehr oder weniger im öffentlichen Interesse liegen kann), endet entweder mit: „Mit Ö3“ oder „Mit ORF eins sind sie live dabei“ – je nachdem ob dem ORF–Fernsehen die Rechte genug wert waren. Wenn aber beispielsweise eine private Fernsehstation die Übertragungsrechte für ein Auswärtsspiel der Österreichischen Fußballnationalmannschaft erworben hat, will der Radiohöhrer (mehr oder weniger) darüber informiert werden, auf welchem Sender das Spiel tatsächlich übertragen wird – Ö3 hüllt sich aber hinsichtlich dieser Information in Schweigen.

DECKEN!

Nachdem wir uns beim letzten Mal den eher angenehmen Seiten gewidmet haben, muss heute wieder eine der unangenehmsten Sachen auf dem Plan stehen. Diese Logik entspricht nämlich exakt dem tatsächlichen Ablauf beim Heer: Kaum hat man sich mit seiner aussichtslosen Lage abgefunden und beginnt den ganzen Haufen hinzunehmen wie er ist, wird einem ein Dämpfer versetzt und man muss augenblicklich erkennen, dass es immer noch schlimmer kommen kann.

Nun aber zum Thema – Dem Kampftag
Selbiger findet zumeist auf einem GÜPL (GruppenÜbungsPlatz) oder TÜPL (TruppenÜbungsPlatz – größer und damit mehr Platz zum Ausführen sinnloser Befehle) statt und dauert zwischen ein paar Stunden bis zu ein paar Tagen.
Die Verlegung (was des Teppichs? Der Fliesen? Oder doch der Übungseinheit samt Gerät?) erfolgt wie immer mittels der allseits beliebten MTWs und dem KAZ 2/3 – kommt eben auf die Dauer des beabsichtigten Aufenthalts an. Ausbildungsziel ist neben dem allgegenwärtigen Schikanieren und angestrebten Brechen der Moral der Truppe, vor allem das Üben der Bewegungsformen und des Stellungsbaus.

BEWEGUNGSFORMEN:
Ausgangsstellung ist immer das Liegen – deshalb muss man sich zuerst „DECKEN“ (wobei man keinesfalls zu dich aufrücken darf, sonst wird einem vom Ausbilder sofortigst eine Tube Vaseline ausgehändigt). Das Decken bedeutet den Körper von einer aufrechten Position in eine möglichst flache zu bringen, um „dem Feind“ die geringst mögliche Angriffsfläche zu bieten  Kopf runter. Es erfolgt aus dem Stehen, Gehen oder Laufen und wer denkt, dass hinfallen etwas unkompliziertes ist, wird sofort eines besseren belehrt. Keine Angst, die Feldflasche, die Magazinstasche und die Schutzmaske sind am Gürtel so positioniert, dass sie garantiert stören und auf etwaige Wasserlacken, Fäkalien bzw. Brennesseln wird ebenfalls keine Rücksicht genommen.

1. Kriechen
Auf Händen und Knien (Gewehr um den Hals)
Vorteil: schnelles Vorankommen, eher angenehm
Nachteil: viel Angriffsfläche für den Feind (weil weit weg vom Boden)
2. Robben
Auf den Ellenbogen und Schenkeln (Gewähr vor dem Kopf in den Händen)
Vorteil: rasche Feuerbereitschaft
Nachteil: langsam, etwas unangenehm auf feuchtem Untergrund
3. Gleiten
Körper auf dem Boden, Hände vorstrecken, festkrallen und Körper nachziehen (Gewehr seitlich vorschieben)
Vorteil: kaum Angriffsfläche für den Feind
Nachteil: extrem unangenehm, langsam und vor allem kräfteraubend (das Kampfgeschirr stört ebenfalls sehr dabei)

STELLUNGSBAU:
Da man im Felde nicht immer sein Zelt hat, muss man sich auch eine „Unterkunft“ mit der Mehrzweckplane, beziehungsweise dem Regenschutz und ein paar Ästen basteln können. Dies hört sich zwar unangenehm an, doch ist es bis zu einem gewissen Grad angenehmer als im 8-Mann Zelt oder bei Wind und eisiger Kälte ganz ohne Schutz.
Sinn des Stellungsbaus ist es allerdings auch im Alarmfall (bei Feindkontakt) einen Platz zu haben, der halbwegs getarnt ist und wo man alles griffbereit beisammen hat.

Grundsätzlich wünsche ich euch für den Kampftag entweder eine SMG-Befreiung, schönes Wetter oder gutgesinnte Ausbilder, denn widrigenfalls kann es auch nervenaufreibend bzw. strapaziös werden und ihr seid dauerhaft kurz vor dem Durchdrehen.

Euer General SINNLOS

Freitag, 2. November 2012

Zum Essen Abtreten

Nachdem einem beim Bundesheer nicht nur seelisches Unwohlsein widerfährt, sondern man sich auch des öfteren mit körperlichen Grausamkeiten konfrontiert sieht, werde ich mich in der dieswöchigen Ausgabe mit diversen wichtigen Einrichtungen wie dem Speisesaal auseinandersetzen.

Damit ist ein weiteres sehr beliebtes Streitobjekt untrennbar verbunden: die TRUPPENKÜCHE. Es wird wohl einige Diskussionen darüber geben, welche Kaserne, die beste/schlechteste oder am modernsten ausgestattete bzw. das (in)kompetenteste Personal hat.
Tatsache ist, dass die Küche – aufgrund der Anzahl an zu verköstigenden Kameraden – es nicht immer leicht hat, doch oftmals sich auch hin und wieder etwas mehr Mühe geben könnte. Ob die Streitigkeiten über die Küche den Herrn Bundesminister dazu bewogen haben, die Küche zu zentralisieren und die Truppe künftig mit chill and cook Tiefkühlkost zu versorgen, oder ob dies nur Teil seines Gesamtplans (gibt es den überhaupt) für was auch immer war, bleibt fraglich.

Die am meisten gefürchtetste Speise ist jedenfalls der „GRENADIERMARSCH“. Dabei werdet ihr mit sämtlichen Zutaten der abgelaufenen Woche noch einmal konfrontiert und die Ausgabe auf Eure Teller ist eigentlich nur ein unnötiger Zwischenschritt, bevor die Lebensmittel ihrer wahren Bestimmung – dem Biomüll – zugeführt werden.

An solchen Tagen stattet man besser dem SOLDHEIM einen Besuch ab. Dort kann man ganz gemütlich diverse Fressalien erstehen, oder am Abend ein paar Bierchen heben – und das alles zu äußerst fairen Preisen. Leider sind die Öffnungszeiten so angepasst, dass man am nächsten Tag wieder fit für den Dienst ist.
Für die Kaderleute (Unteroffiziere und Offiziere) gibt es dann noch die UO-MESSE, beziehungsweise das OFFIZIERSKASINO, wo bei weitem bessere Speisen und Snacks angeboten werden.

Es gibt dann allerdings noch eine Reihe weiterer Möglichkeiten sich die Zeit zu vertreiben, als nur sinnlos Bier zu trinken. Beispielsweise könnte man die körperliche Leistungsfähigkeit steigern. Hierzu bietet sich der meist innerhalb des Kasernengeländes befindliche Sportplatz an, um z.B. laufen zu gehen, oder am Nachmittag ein wenig Tennis oder Fußball zu spielen.
Weitere Möglichkeiten sind noch der Besuch der Kraftkammer oder auch der Bibliothek (so was soll es auch für Präsenzdiener geben – beinhaltet sogar intellektuelles Material wie z. B. „Soldat 2000 – Handbuch für Soldaten“, oder ein Lehrbuch über das StG 77.

Wünsche also ein gesegnetes Mahlzeit, ein genüssliches Prost oder ein sportliches „Auf die Plätze, fertig, los!“.

Euer
General SINNLOS

Montag, 29. Oktober 2012

gemässigte diktatur

Baumgartners Demokratieverständnis
Ich halte den Satz von Felix Baumgartner, wonach man in der Demokratie nichts erreichen kann, sondern eine gemäßigte Diktatur brauchen würde für sehr interessant und nachdenkenswert. Mein Quergedanke geht dabei aber weniger in die Richtung, ob er denn eventuell Recht haben könnte, sondern vielmehr, ob wir überhaupt noch eine „echte“ Demokratie haben.

Robehodes Demokratieunverständnis
Egal ob ich mich auf kommunaler, regionaler oder überregionaler Ebene mit angeblich demokratisch legitimierten (vor allem politischen) Organen beschäftige, frage ich mich, wo bei denen im täglichen Agieren noch ihr Demokratieverständnis geblieben ist. In Wahrheit haben wir meiner Wahrnehmung nach, doch längst leicht diktatorisch angehauchte Verhältnisse, nur dass jene halt angeblich noch demokratisch legitimiert sind. Wo gibt es eine Gemeinderats-, Landtags- oder Nationalratssitzung (an den länderbeschickten und -diktierten Bundesrat will ich da gar nicht erst denken) bei der die Abgeordneten das angeblich freie Mandat ausüben? Vorne steht jemand (Bürgermeister, Landeshäuptling, Bundeskanzler, Clubchef, Boulevard-Chefredakteur), der die Meinung vorgibt und alle heben brav zum vereinbarten Zeitpunkt die Hand (das ist jetzt ausnahmsweise nicht zweideutig zu verstehen).

Direkte Demokratie?
In den letzten Wochen und Monaten wurde der Ruf laut, nach mehr direkter Demokratie. Darüber zu schreiben würde alleine 3 Beiträge füllen. Die Frage ist nur ob wir überhaupt noch ein Mehr an Demokratie brauchen oder eher ein Weniger? Wenn die von mir aufzeigten demokratischen Mängel bestehen, bedarf es dieser demokratischen Organe doch nicht mehr? Früher gab es einen Weisenrat, Rat der Ältesten etc. Dort kamen schlaue Leute zusammen und haben für die Gemeinschaft die hoffentlich beste Lösung gemeinsam festgelegt. Die Motive jener, die sich heute für diese Abgeordnetenämter zur Wahl stellen, sind wohl allzu oft anderer Natur (da muss ich meinen Blick nicht einmal auf abtrünnige Fahne im Wind-Abgeordneten richten).
Eine vom Volk legitimierte Demokratie sollte doch letztlich die Interessen des Volks wahrnehmen. Real werden aber bestenfalls eigene Interessen, zumeist aber die Interessen irgendwelcher Lobbyisten, Pfründe, Interessensgruppen oder sonstiger Gruppierungen vertreten.

Nordslowenische Demokratiepraxis
Das beste Beispiel: Was passiert seit Monaten (oder Jahrzehnten) im südlichsten Bundesland Österreichs? Demokratische Festspiele beim allwöchentlichen Auszug aus dem Landtag? Nebstbei: Was passiert eigentlich, wenn die dortige Regierungspartei nicht nur den vorzeitigen Neuwahlantrag boykottiert, sondern überhaupt künftig keinen Termin für eine regulär fällige Wahl ansetzt? Hat sich mit dieser Frage schon mal ein Verfassungsjurist auseinandergesetzt? Vielleicht sollte ich mir in einer ruhigen Minute mal die Kärntner Landesverfassung zur Hand nehmen und diesen albtraumatisch konstruierten Fall nachlesen und durchdenken (ich hoffe nur, dass ich da jetzt niemanden auf eine völlig demokratische Idee gebracht habe...).

robehode

PS: Man kann ja über „unseren“ Space-Jumper denken wie man will, aber es wäre Felix Baumgartner nicht zu wünschen, zu einem zweiten Markus Rogan zu verkommen, der sich bemüßigt fühlt, überall seinen Meinungs-Senf öffentlich abzugeben (ok mag sein, dass ich da jetzt vielleicht ein bisschen Steine werfend im Glashaus sitze, aber immerhin bin ich nicht berühmt und somit quasi unbedeutend).

Freitag, 26. Oktober 2012

ICH GELOBE !

Passend zum heutigen Nationalfeiertag in Österreich will ich mich kurz einem Thema widmen, das zumindest den patriotischen Präsenzdienern wichtig ist: Die ANGELOBUNG.

Sinn und Zweck der Angelobung ist es, einen Haufen teilweise orientierungsloser junger Männer (?) auf ihr Vaterland (selbst wenn sie die Staatsbürgerschaft erst seit kurzer Zeit haben – das österreichische Bundesheer hat einen ähnlich hohen Migrationsanteil wie die Fußballnationalmannschaft) zu vereidigen, damit sie dieses im Ernstfall (was auch immer das dann sein mag) verteidigen. Nebstbei bedeutet dies eine willkommene Gelegenheit um während der Grundausbildung einmal für einen Tag die Kaserne verlassen zu können und die große weite Welt zu sehen. Außerdem sind an diesem Tag der Kommandant und die restlichen Ausbilder äußerst nett, weil sie die Truppe positiv stimmen wollen, um sich nicht genieren zu müssen (quasi Leistungssteigerung durch positive Kritik und Lob – warum das nicht die ganze Zeit so gehandhabt wird, weiß keiner).

Das Treuegelöbnis:
„Ich gelobe, mein Vaterland, die Republik Österreich, und sein Volk zu schützen und mit der Waffe zu verteidigen;
ich gelobe, den Gesetzen und den gesetzmäßigen Behörden Treue und Gehorsam zu leisten, alle Befehle meiner Vorgesetzten pünktlich und genau zu befolgen und mit allen meinen Kräften der Republik Österreich und dem österreichischen Volke zu dienen.“


Lasst uns also diese schicksalsträchtigen Worte etwas näher betrachten und in ihre Bestandteile zerlegen:

Das mit dem Vaterland wird in naher Zukunft eine immer interessantere Sache werden: Wie wohl jedem bekannt ist, müssen alle österreichischen Staatsbürger den Präsenzdienst ableisten. Also auch jene, die irgendwo im Ausland (ob das jetzt die Türkei, Griechenland oder Frankreich ist) geboren wurden, und jetzt österreichische Staatsbürger sind; Weiters noch jene, die (noch) eine Doppelstaatsbürgerschaft haben und ihr ganzes Leben im anderen Land leben und nur für den Präsenzdienst in ihre „fremde Heimat“ müssen.
Also wage ich es, die patriotische Einstellung im Ernstfall in Frage zu stellen. Auch beim Volk erscheint es oft als zweifelhaft, ob es sich dieses verdient, beschützt zu werden (apropos jedes Volk hat die Regierung, die es verdient). Die Sache mit der Waffe ist da schon einfacher, weil für die Leute, die den Umgang mit der Waffe scheuen, gibt es ja den Zivildienst.
Ganz unter uns: Es ist spielerisch leicht, durch das Zielfernrohr zu schauen; einfach mit Platzpatronen zu schießen; man hat ein mulmiges Gefühl mit scharfer Munition zu schießen; doch es wäre mir wohl kaum möglich im „Ernstfall“ auf einen anderen Menschen zu schießen. Denn der „Feind“ ist sicher genauso wenig am Krieg interessiert, wie ich.

Der zweite Teil des Gelöbnisses wird noch schwerer: Nachdem das österreichische Rechtssystem sehr zu Wünschen übrig lässt, und auch unsere Behörden (mit dem gesamten Beamtenapparat) sich oftmals gegensetig in Inkompetenz, Unfreundlichkeit und Unfähigkeit zu übertreffen versuchen, wird der Gehorsam, den man ihnen entgegenbringen möchte, nicht sehr groß sein. Auch die Vorgesetzten, stellen für mich aufgrund ihrer Kompetenz keine Instanz dar, deren Befehle für mich von großer Wichtigkeit wären.
Bleibt nur mehr der Passus, die Republik Österreich mit allen Kräften zu schützen (das heißt mitunter überhaupt darauf zu achten, dass wir noch länger eine Republik bleiben).

Euer
General SINNLOS

PS: Den österreichischen Film „Ich Gelobe“ sollte sich übrigens jeder Staatsbürger anschauen, bevor er zur Abstimmung pro/contra Wehrpflicht im Jänner geht. Wenngleich der Film oftmals als Satire bezeichnet wird, handelt es sich im Grunde um eine Dokumentation, denn eine authentischere Darstellung der Vorgänge im österreichischen Bundesheer sowie Sinn und Zweck des Grundwehrdienstes hat es noch selten gegeben.

Montag, 22. Oktober 2012

SANI!!

Nein, lieber geneigter Leser (und geneigte Leserin, die du mit einem erhabenen Lächeln über die Thematik Bundesheer hinwegsehen kannst), mich hat es nicht zu den Zivildienern verschlagen, aber auch beim Bundesheer gibt es Sanitäter und das Krankenrevier kann mitunter zu einer der wesentlichsten Einrichtungen für dich werden.

Der geübte Abseiler strebt nämlich sobald wie möglich das Paradies beim Bundesheer an – den Innendienst (=nicht fähig den normalen Dienst – am Sportplatz, im Felde, auf der Straße,... zu versehen).
Im Anschluss einen kleinen Überblick über diverse Befreiungen, welche beim Bundesheer erreicht werden können:

RASURBEFREIUNG:
bei mir auf der Liste ganz oben, in Wahrheit aber das Niedrigste was es zu ergattern gibt.
bedeutet: Personen, die die tägliche Rasur nicht vertragen (Ausschlag, Allergie,...) müssen selbige nur mehr nach Lust und Laune und in beliebiger Intensität erledigen  weniger Stress bei der Standeskonntrolle (=allgemeines Antreten in der Früh).

TRAGEBEFREIUNG:
bis 15 kg  kein KAZ 3 – der schwere Rucksack war einmal
bis 7,5 kg  kein KAZ 2 – auch der kleine Rucksack ist Geschichte
bis 3,5 kg  kein KAZ also das ganze lästige Tragegerüst bleibt im Spind
bis 1,3 kg und jetzt hält man nicht einmal mehr das Gewehr in den Händen – also man ist fast kein Soldat mehr.
dies bedeudet eine enorme Erleichterung bei diversen Märschen und Strafkasernenrunden.
Der einzige Nachteil daran: die anderen Kameraden müssen dir das Gepäck tragen – ist aber kein Problem für Egoisten.
Zur Ereichung dieses Zieles bedarf es lediglich Rückenschmerzen, Probleme mit der Wirbelsäule und den Gelenken (können auch simmuliert sein – kann eh nicht nachgewiesen werden).

SMG-BEFREIUNG:
Sport Marsch Gefechtsdienst Befreiung
Dies ist eines der höchsten Ziele,die es anzutreben gibt – der Name sagt bereits alles und es ist genauso herrlich wie es sich anhört, da einem der meiste Quatsch (und Gatsch) der Grundausbildung erspart bleibt.
Selbiges Glücksgefühl kann nur mehr durch einen kleinen Zusatz versüßt werden.

AUSSENDIENSTBEFREIUNG:
Der Vorteil hierbei liegt auf der Hand – während der Rest der Truppe im Felde ist und die Bauern beim Ackern ünterstützt, müssen die SMG-Befreiten die Kaserne reinigen (Hof, Zelte,... putzen), doch die Außendienstbefreiten haben ein Dach über dem Kopf. Und es ist ca. 1000 mal angenehmer ein WC zu reinigen, als bei strömenden Regen und eisiger Kälte im Schlamm zu robben, das Zelt auf einer Lacke aufzubauen und hinterher 4 Stunden lang die verdreckte Ausrüstung wieder zu reinigen.
Um euch hierfür ein paaar Tips zu geben: Blasen an den Füßen (denn ohne Feldschuhe kann man nicht ins Gefecht), leichte Verkühlung, diverse Gebrechen (Zerrungen, Verstauchungen, etc.)

Die nächste Steigerung wäre dann nur noch die
INNENDIENSTBEFREIUNG:
Diese bedeutet stationäre Behandlung auf dem Krankenrevier und selbige erfolgt ab einer Temperatur von 36,9° und bedarf zur Einstellung 3 fieberfreier Tage – kann etwas unangenehm sein übers Wochenende.

Also verwendet das erworbene Wissen zu Euren Gunsten und überlegt euch mit welchen Beschwerden ihr auf die SANI geht – macht das Beste draus.

Euer
General SINNLOS

Sonntag, 21. Oktober 2012

alpenvereins hauptversammlung

Ich hab den heutigen (gestrigen) tag bei der hauptversammlung des österreichischen alpenvereins verbracht. Der öav feiert dieser tage sein 150 jähriges bestehen. Eine zeit in der er sich für die natur im allgemeinen, die alpen im besonderen und auch dem verantwortungsvollen umgang mit ressourcen eingesetzt hat. Darüber hinaus hat der alpenverein auch eine tolle jugendarbeit mit perfekten selbstverwirklichungsmöglichkeiten und bietet den nötigen freiraum für den umgang mit risiko und eigenverantwortung.
Der heutige tag mit hauptversammlung und festabend bot mir wieder die perfekte möglichkeit, mich mit alten bekannten zu treffen und auszutauschen bzw neue bekanntschaften zu machen. Am meisten hat es mich gefreut, mit meinem jugendteam unterwegs zu sein und der besuch zwischendurch im kino beim film 'messner' war ein weiterer höhepunkt.
Der heutige tag hat mir wieder viel kraft für meine weitere tätigkeit gegeben-DANKE an alle.
Lg robe
Ps: der geneigte leser verzeiht mir hoffentlich den überdurchschnittlich positiven ton dieses beitrags, der frei vom übrigen kritischen, sarkastischen, zünischem unterton bleibt.

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Tagwache

Ihr habt also den ersten Tag und die erste Nacht heil überstanden und werdet kurz nach Mitternacht (0530) mit dem freundlichen Wort „TAGWACHE“ aus den Federn - korrigiere, Leintüchern und Acryldecken, umgeben von Stahlgerüst und Holzlatten - alles zusammen als „Bett“ bezeichnet - gerissen.
Euer erster Blick (nach dem auf die Uhr) fällt auf den Spind, der mittlerweile in bester Ordnung eingeräumt ist. Was befindet sich nun in diesem attraktiven Metallschränkchen, das eurer lieben Braut (Gewehr) so komfortablen Schutz bietet?

Wie bereits letztes Mal versprochen, werde ich euch heute die Ausrüstung etwas näher bringen:

Bereits oben angeführt - gleich zu Beginn, der wichtigste Ausrüstungsgegenstand: das Sturmgewehr 77. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger, dem StG 58 - welches eine „Hieb und Stichwaffe war, welche nur im Notfall zum Schießen verwendet werden konnte“ - ist es eine automatische Schusswaffe. In den ersten Wochen macht man intensive Bekanntschaft mit seiner Waffe, um alles exakt zu erlernen: zerlegen (uups, ich meinte natürlich auseinandernehmen, denn „zerlegen tut der Fleischhauer seine Sau“), Anschlagsarten (= exaktes Anlegen im liegen, knien und stehen) und Ladestellungen (ist nichts obszönes, sondern hat was mit Munition und Schießen zu tun).
Zum StG ist noch zu sagen, dass es wahrscheinlich der einzige Gegenstand der Mannesausrüstung ist, der wirklich aktuell, qualitativ hochwertig und zuverlässig ist. Die meisten amerikanischen Soldaten würden jederzeit ihre Waffe gegen unsere eintauschen, weil sie auf diesem Sektor schlechter ausgerüstet sind.

Das nächste (und oft untrennbar mit dem Gewehr verbundene) ist der/das KAZ (KampfAnZug) in 3 Ausführungen: mit leichtem, schwerem und ohne Rückengepäck. Es besteht aus einem Traggerüst (aus dem 2. Weltkrieg), einem Regenschutz (wobei das Wort Schutz beim ersten Regen seine bisherige Bedeutung verliert - ähnlich wie bei dem Slogan „SCHUTZ und HILFE - UNSER HEER“), Magazintaschen, der Schutzmaske, der Trinkflasche und dem Feldmesser. Selbiges Messer darf weder verrostet noch zu stark geschliffen aber auch nicht all zu stumpf sein. Weiters dann noch der Stahlhelm (ebfls bis vor kurzem noch aus dem 2.WK) und die Feldschuhe schwer - diese sind bequemer als sie klingen - ein Umknöcheln ist absolut unmöglich, dafür sind Durchblutungsstörungen ebenfalls unvermeidbar und können noch bis viele Monate nach dem Abrüsten anhalten.

Im Kleinen Rückengepäck sind diverse Alltagsgegenstände wie Zelt, Waschzeug, Essgeschirr, Putzzeug und ein Spaten (aus welchem Krieg der stammt ist nicht genau definierbar).
Im Großen befindet sich dann fast absolut alles: Schlafsack, Jacken, dicker Pulli und Hose, Sportbekleidung, Schuhe (+natürlich der kleine Rucksack samt Inhalt). Alles in allem kommt man dann auf ca. 20 - 30 Kilo, die einem das Leben erschweren.

Zur restlichen (allgemeinen) Ausrüstung ist zu sagen, dass wir Funkgeräte (nein nicht aus dem Weltkrieg, sondern aus dem Vietnam-Krieg) haben, eine „Luftflotte“, die spätestens seit dem Albanieneinsatz der Öffentlichkeit bekannt ist (natofrequenzuntauglich, 3 Zwischenstops erforderlich, fast unbewaffnet und kaum verteidigungsfähig), zwischenzeitlich aber durch die Transportmaschine „Herkules“ aufgewertet wurde (diese wäre übrigens zu einem günstigeren Preis käuflich erwerbbar gewesen, als sie dann angemietet wurde). Weiters hatten wir auch noch die Draken, bei denen die eine Hälfte als Ersatzteillager für die andere Hälfte diente, bevor schließlich das unsägliche Kapitel der Abfängjäger über Österreich hereinbrach.
Positiv zu erwähnen ist noch die Fliegerabwehrausrüstung (Mistral), die einen halbwegs zufriedenstellenden Schutz gewährt.
Der Rest ist eher schlecht als recht vorhanden, wird aber durch ausgezeichnetes Know-How und hervorragendes Improvisationsvermögen erhalten und gewartet. Somit bleibt mir nur zu sagen: der österreichische Soldat ist besser als sein Ruf und sein Gerät (auch im internationalen Vergleich schneidet er immer wieder hervorragend ab), kann aber mit diesem oft besser umgehen, als technisch 1A - ausgerüstete Länder.

Um euch nicht länger von euren Reinigungsarbeiten abzuhalten (nicht vergessen - alles zu Tode warten) verbleibe ich mit

“PUTZT’A, bis GLÄNZT’A“
Euer General SINNLOS

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Kurier-Abo

An die Kurier-Leitung,

Als langjähriger, zumindest sporadischer Leser des Kuriers möchte ich Ihnen mitteilen, dass „Ihre“ Zeitung für mich zunehmend unlesbar wird.
Dies liegt für mich jedoch nicht an der journalistischen Leistung, die nach wie vor im großen und ganzen für österreichische Tageszeitungsverhältnisse überdurchschnittlich ist (was zugegebenermaßen bei der Konkurrenz durch Heute, Österreich und Kronen Zeitung nicht besonders schwierig ist).
Vielmehr liegt mein Problem im rein faktischen Bereich.
Zunächst funktioniert die Zustellung meines Abos, für das ich mich vor einigen Wochen mal wieder entschlossen habe, trotz Urgenz nicht wie gewünscht, weshalb ich das Abo wieder beendet habe.
Viel schlimmer ist jedoch die Tatsache, dass ich am Tag nach einem Länderspiel der Österreichischen Fußballnationalmannschaft, das um ca. 22:20 endete, keinen Nachbericht in meiner Tageszeitung zu lesen bekomme.
Wenn es der Vertrieb nicht schafft, die Zeitung so zeitgerecht zu drucken und in einer 30km von Wien entfernten Stadt auszuliefern, dass man sie noch als Tageszeitung bezeichnen kann, ist auch die beste journalistische Leistung vernachlässigbar. Nebenbei bemerkt denke ich, dass es für einen Redakteur wohl sehr frustrierend ist, wenn seine Arbeit nur eine Minderheit der potenziellen Leser erreicht. Als sportaffiner Mensch liegt mir gerade der Sportteil sehr am Herzen – zumal dieser von den großen österreichischen Qualitätszeitungen sehr stiefmütterlich behandelt wird. Der Sportteil ist für mich sicherlich zu 80% ausschlaggebend um zu einer Tageszeitung zu greifen – andernfalls mein Informationsbedürfnis im Printbereich auch gut durch Magazine abgedeckt würde.

Laut Selbstbild der Grundsätze, sieht sich der Kurier als „eine überregionale Tageszeitung, die sich mit dem Ziel einer möglichst weiten Verbreitung an Leser aus allen Schichten der Bevölkerung wendet [...].
Nun, abgesehen davon, dass der Kurier aus verschiedenen Gründen schon sehr „ostlastig“ ist, droht er bei der aktuellen Vertriebsleistung völlig zu einer reinen Wien-Zeitung zu werden. Angesichts der Konkurrenz durch besagte Gratismedien gerade in der Bundeshauptstadt, sehe ich die Zukunft für den Kurier mittelfristig nicht sehr rosig.
Bei den aktuell medial propagierten Stellenkürzungen im Redaktionsbereich stellt sich somit die Frage, ob der Kurier seine Prioritäten noch richtig setzt. Wenn neben der aus meiner Sicht katastrophalen Vertriebsleistung auch noch der journalistische Bereich quantitativ und qualitativ zurückgeht, kann ich mir nicht vorstellen, dass diese Strategie von Erfolg gekrönt sein wird. Ironisch betrachtet, passt die Strategie, denn wenn die Zeitung ohnehin nicht gelesen wird/gelesen werden kann/will, braucht man auch keine (guten) Journalisten.

Für die langfristige? Zukunft wünsche ich Ihnen und dem Kurier Alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen aus der „Provinz“,
Ein Ex-Leser, der in Zukunft den Sportteil der „Heute“ konsumieren muss.

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